Die Nutzung von E-Commerce bei der Beschaffung landwirtschaftlicher Betriebsmittel

Simon Ackermann, Isabel Adams, Nicola Gindele, Reiner Doluschitz

Abstract


Die klassischen physischen Transaktionsplätze werden in den letzten Jahren immer mehr zugunsten von onlinebasierten Distributionskanälen verdrängt. Bei der Vermarktung landwirtschaftlicher Betriebsmittel ist diese Entwicklung besonders interessant, da sich durch den Anstieg der Einkaufspreise und den EU-weit steigenden Anteil der Vorleistungen (~60 % des Wertes der Enderzeugung) die Suche nach optimierenden Maßnahmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette verschärft. Mittels einer standardisierten Online-Befragung wurden quantitative Antworten von 303 Landwirten ermittelt, die über statistische Auswertungen zu folgenden Ergebnissen geführt haben: Die Nutzung des onlinebasierten Einkaufens von Betriebsmitteln ist deutschlandweit flächig verbreitet. Die Nutzerstruktur der Online-Kunden erweist sich als alters-, betriebsgrößen-, ortsunabhängig und ist losgelöst von der Betriebsausrichtung. Als Hauptmotiv für die Beschaffung von Betriebsmitteln über E-Commerce-Kanäle wurden Zeitvorteile ermittelt, was im Widerspruch zu den in der Literatur genannten Kostenvorteilen steht. Entscheidender Hemmfaktor für die Nutzung von E-Commerce-Strukturen ist eine gute Versorgung flächig verteilter Standorte des Landhandels. Dies könnte ein Anknüpfungspunkt für den physischen Landhandel sein, indem z. B. digitalisierte Beratungssysteme für den Online-Handel etabliert werden oder weitere Vermarktungstools aufgebaut werden, die mit Farmmanagementsystemen verknüpft werden.

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DOI: http://dx.doi.org/10.15150/lt.2018.3177

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