Ansprüche von Mastschweinen an die Konstruktion von Rohrbreiautomaten in Abhängigkeit vom Geschlecht

Eckhard Meyer

Abstract


Im Rahmen von 12 aufeinanderfolgenden Durchgängen in der Schweinemast wurden 1.814 intakt männliche, kastriert männliche und weibliche Mastschweine (Zeitgefährten) an vier unterschiedlich konstruierten Rohrbreiautomaten aufgezogen. Dabei sollten die vom Geschlecht der Schweine abhängigen Anforderungen an die Konstruktion herausgearbeitet werden. Die verwendeten Automaten unterschieden sich im theoretischen Angebot an Fressplätzen, in der möglichen Futterkonsistenz sowie im Arbeitsaufwand der Tiere für den Futterauswurf. Die Verlagerung der Tränkezapfen über den Futtertrog beeinflusst die Futterkonsistenz und begrenzt die mögliche Zunahmeleistung für alle Geschlechter. Ein flacher Trog und leicht zu bedienender Futterauswurf bei geringer konstruktiver Trennung von Futter- und Wasserschale führten in der ersten Hälfte der Mast zu signifikant besseren Zunahmeleistungen der Kastraten. Dagegen kommt es für die geschlechtsreifen Eber noch mehr als für die Sauen vor allem auf einen optimalen Kompromiss zwischen Futterkonsistenz bzw. Futtermenge und Futterhygiene im Trog an. Ein vergleichsweise geringer Futterauswurf durch einen Glockenmechanismus führte zu tendenziell besserer Futterverwertung durch geringere Futterverluste, aber auch zu etwas höheren Tierverlusten, vermutlich durch Stress. Dieser bleibt lediglich bei den Kastraten ohne Folgen. Die Mastleistung und das Tierwohl werden weniger vom Tier-Fressplatz-Verhältnis, sondern mehr vom konstruktiven Aufbau und der Funktion des Automaten beeinflusst.

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DOI: http://dx.doi.org/10.15150/lt.2016.3137

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