Potenzial der mechanischen Unkrautkontrolle in Zuckerrüben zur Herbizideinsparung

Christoph Kunz, Carolin Schröllkamp, Heinz-Josef Koch, Clemens Eßer, Peter Schulze Lammers, Roland Gerhards

Abstract


Für die Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben werden im frühen Wachstumsstadium der Pflanzen mehrmals großflächig Herbizide appliziert. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob der Herbizideinsatz reduziert werden kann, indem Maßnahmen zur vorbeugenden, mechanischen und chemischen Unkrautkontrolle kombiniert werden. Die mechanische Unkrautbekämpfung zwischen den Reihen (inter-row) wurde in Feldversuchen an 6 Standorten mit einer Bandapplikation zwischen den Pflanzen (intra-row) kombiniert. An einem Standort wurde eine kamera- und eine GNSS-gesteuerte Reihenhacke eingesetzt. In den unbehandelten Parzellen (Kontrollversuch) wurde eine Unkrautdichte bis zu 91 Pflanzen m-2 nachgewiesen. Bandapplikationen in Kombination mit dem Hacken zwischen den Reihen reduzierten den Herbizideinsatz um 50 bis 75 % im Vergleich zur ganzflächigen Herbizidapplikation. Die Effektivität der Unkrautbekämpfung betrug 72 % bei der konventionellen Herbizidanwendung, 87 % bei der Kombination von Reihenhacke und Bandapplikation, 78 % für die Reihenhacke mit Kamerasteuerung und 84 % für die Reihenhacke mit GNSS-RTK-Steuerung. Durch die Unkrautbekämpfung stieg der bereinigte Zuckerertrag (BZE) – verglichen mit der unbehandelten Kontrollvariante – um 30 %. Die Kombination von mechanischer Unkrautkontrolle, Bandapplikation und präziser Reihenhacke als integrierte Unkrautbekämpfung führte zu guten Ergebnissen, d. h. der Herbizideinsatz konnte deutlich reduziert werden und die Unkrautbekämpfung wies eine hohe Wirksamkeit auf.

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DOI: http://dx.doi.org/10.15150/lt.2015.2661

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